Konzeption

Herzlich willkommen in der Kindertageseinrichtung JANOSCH
Wir sind eine viergruppige Tageseinrichtung für Kinder im Alter von 1 Jahr bis 6 Jahren in der Hindenburgstraße 3 in 48599 Gronau.

Die KiTa JANOSCH besteht seit dem 01. September 1974 und ist eine von z.Zt. 5 KiTas in der Trägerschaft der Stadt Gronau. Kindertageseinrichtungen sind als Elementarbereich unseres Bildungssystems wissenschaftlich anerkannt und erfüllen einen eigenständigen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag.

„Ohne eine heitere, vollwertige Kindheit verkümmert das ganze spätere Leben. Das Kind wird nicht erst Mensch, es ist schon einer.“ sind Worte von Janosz Korczak, dem Namensgeber unserer KiTa.
Dieser Ausspruch von Janusz Korczak ist die Grundlage unserer Arbeit. Wir sehen die Kinder grundsätzlich als Wesen, die mit dem Wunsch sich zu bilden auf die Welt kommen, deren Neugier und Bedürfnis keine Grenzen kennen und die mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, ihre Umgebung zu erforschen.
Gerade durch unser „offenes pädagogisches Konzept“ bieten wir dem Forschungsdrang der Kinder ein breites Angebot individueller Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Ein weiterer Aspekt ist, dass wir großen Wert auf die altersgemäße Bewegungsentwicklung von Kindern im Kleinkind – und Vorschulalter legen. Durch die Vergabe und Zertifizierung „Anerkannte Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Ernährung“ nach den Vorgaben des Landessportbundes Nordrhein – Westfalen, haben wir den Handlungsrahmen für eine bewegungsfreudige Kindertagesstätte geschaffen.

Weitere Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit sind Sprache, Literatur und das Forschen.
Die Tatsache, dass Veränderungen in den Lebensbereichen der Familien oder Veränderungen in den gesetzlichen Bestimmungen usw. die Regel sind, so ist auch diese Konzeption Ausdruck der aktuellen Umstände und wird sich stetig und fortlaufend weiterentwickeln!
 
Konzeption Städtische Kindertagestätte JANOSCH 3
Inhaltsverzeichnis 1. Rahmenbedingungen...................................................................................................................... 4
1.1 Gesetzliche Vorgaben .................................................................................................... 4
1.2 Das Team ...................................................................................................................... 4
2. Pädagogische Grundlagen und Ziele .............................................................................................. 4
2.1 Erkenntnisse zur kindlichen Entwicklung und Bildung ..................................................... 4
2.2 Ziel unserer pädagogischen Arbeit ................................................................................. 5
2.3 Integration und Inklusion ............................................................................................... 6
2.4 Sprache und Sprachförderung ........................................................................................ 6
2.5 Mehrsprachigkeit .......................................................................................................... 6
2.6 Bewegung ..................................................................................................................... 7
2.7 Ernährung ..................................................................................................................... 7
2.8 Literatur ........................................................................................................................ 8
2.9 Haus der kleinen Forscher .............................................................................................. 8
3. Kindliche Entwicklungs- und Bildungsprozesse im offenen Konzept ............................................ 9
4. Aufgaben der pädagogischen Mitarbeiter/innen ........................................................................ 12
5. Partizipation .................................................................................................................................. 12
6. Die Bedeutung des Freispiels ....................................................................................................... 12
7. Tagesabläufe ................................................................................................................................. 14
7.1 Tagesablauf der U3 - Kinder ......................................................................................... 14
7.2 Tagesablauf der Ü3 – Kinder ........................................................................................ 15
8. Verhaltensweisen der Erzieherinnen gegenüber den Kindern ................................................... 15
9. Elternarbeit ................................................................................................................................... 16
10. Eingewöhnung in die KiTa ........................................................................................................ 17
10.1 Eingewöhnung in Anlehnung an das Berliner Eingewöhnungsmodell ............................. 17
10.2 Übergang von U3 nach Ü3 ............................................................................................ 18
10.3 Übergang von der KiTa in die Grundschule ................................................................... 18
11. Beobachtung und Dokumentation ........................................................................................... 19
12. Qualitätssicherung .................................................................................................................... 19
13. Kindeswohl ................................................................................................................................ 20
14. Organisatorisches - Netzwerk und Kontakt ............................................................................. 20
 
 
Konzeption Städtische Kindertagestätte JANOSCH
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1. Rahmenbedingungen
1.1 Gesetzliche Vorgaben
Für Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen gilt seit dem 01. August 2008 das Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz, kurz: KiBiz). Nach § 2 des KiBiz hat jedes Kind ein Recht auf Bildung und Förderung seiner Persönlichkeit. Da die Familie des Kindes der erste und wichtigste Lern- und Bildungsort für das Kind ist, ist die Bildungs- und Erziehungsarbeit in der Kindertageseinrichtung grundsätzlich ein familienergänzendes Angebot. Deswegen stellt die Beratung und Information der Eltern, insbesondere in Fragen der Bildung und Erziehung neben der Entwicklungsförderung des einzelnen Kindes, eine Kernaufgabe des pädagogischen Personals dar. Eine weitere wichtige Orientierungsgröße stellt die Bildungsvereinbarung des Landes Nordrhein-Westfalen vom Mai 2010 dar.
1.2 Das Team
Wir verstehen uns als ein multiprofessionelles Team. Es setzt sich zusammen aus langjährig und erfahrenen Mitarbeiterinnen bis hin zu Berufsstartern. Frei nach dem Motto „Stillstand ist Rückschritt“, bilden sich unsere Mitarbeiter regelmäßig unter anderem in folgenden Bereichen fort:

Fortbildungen im Bereich Bewegung im Elementarbereich (Absolvieren von Übungsleiterscheinen)  Fortbildungen im Bereich BaSiK  Fortbildungen im Bereich U3  Bielefelder Screening (Früherkennung einer möglichen Lese- Rechtschreibschwäche)  Fortbildungen im Bereich Forschen, Literatur, Sprache, Ernährung, Kinderschutz etc.  Moderatorenausbildung in dem Bereich BaSiK und Bielefelder Screening

 
Alle Mitarbeiter haben eigene Fachbereiche, in denen sie sich auf besondere Weise engagieren. Beispielhaft seien folgende Fachbereiche genannt: Kinderschutz, Sprache, Bewegung, Integration, Interkultur, Natur, Gesundheit und Ernährung.
2. Pädagogische Grundlagen und Ziele
2.1 Erkenntnisse zur kindlichen Entwicklung und Bildung Kinder sind Akteure ihrer eigenen Entwicklung und erschließen sich mit schier unerschöpflicher Motivation ihre soziale und kulturelle (Um-) Welt. Ihre eigene Neugier ist ihr Motor - aus eigenem Antrieb heraus wollen Kinder die Dinge, die sie umgeben, verstehen und Neues dazu lernen. Kinder sind schon früh zu kognitiven Leistungen und Einsichten in der Lage. Sie setzen sich schon früh mit der Komplexität der Welt auseinander. Kinder entdecken und forschen aktiv und ordnen neue Erfahrungen auf der Grundlage ihrer bisherigen Erlebnisse ein. So kommen sie zu eigenen Einsichten, entwickeln eigene Konzepte des Verstehens und konstruieren Sinn.
Kinder möchten sich ein Bild von der Welt machen. Niemand kann das für sie tun. Bildung ist in erster Linie Selbst-Bildung und kann nicht von außen erzeugt, wohl aber angeregt und unterstützt werden.
Der Mensch verfügt von Geburt an über seine Sinne, so dass die sinnlichen Erfahrungen der Weg sind, über den sich Kinder, bis zum Spracherwerb sogar ausschließlich, mit ihrer Umwelt auseinandersetzen.
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Deswegen sind Sinnes- und Wahrnehmungserfahrungen der Ausgangspunkt aller Selbst- und Welterfahrungen und somit Grundlage allen Lernens.
Kinder lernen in sozialen Bezügen. Sie bilden sich in der Begegnung und Auseinandersetzung mit anderen Menschen und unterschiedlichen Situationen.
Spielen ist kindliches Lernen
„Spiele sind ein ideales Medium zum Lernen. Im Spiel diskutieren, handeln und tauschen sich Kinder miteinander über den Lernstoff aus und können ihn mit verschiedenen Sinnen begreifen. Auf diese Weise verknüpfen sich die Nervenbahnen im Gehirn optimal, was verantwortlich für den Lernerfolg ist“ zitiert nach Manfred Spitzer, Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen an der Universität Ulm.
In unserer KiTa findet Bildung und Anregung immer spielerisch und mit möglichst viel Bewegung und Spaß statt. Verschiedene Bildungsbereiche werden individuell und situativ miteinander verknüpft. Bildungsbereiche sind Sprache und Kommunikation; sozial, kulturelle und interkulturelle Bildung; musisch, ästhetische Bildung; Bewegungserziehung; naturwissenschaftliche, technische Bildung; mathematische Bildung; Medienerziehung; Körper, Gesundheit und Ernährung; Religion und Ethik.
2.2 Ziel unserer pädagogischen Arbeit Unser Ziel ist die Unterstützung, Begleitung und Förderung einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung des einzelnen Kindes zu einer gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.
Den Ausgangspunkt bilden die individuellen Lebensereignisse der Kinder, die sie in unterschiedlichen Spielbereichen nacherleben, verstehen und aufarbeiten. Hierdurch können sie ihr gegenwärtiges Leben besser verstehen und aktuelle sowie zukünftige Situationen bewältigen.
Wir unterstützen die Kinder darin, ihre Kompetenzen zu stärken und zu erweitern. Dies erreichen wir durch die individuelle Förderung folgender Schlüsselkompetenzen:
Die Stärkung ihrer „sozialen und interaktiven Kompetenzen“. Diese Kompetenzen unterstützen die Kinder in ihrer Kommunikationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft. Sie fördern außerdem ihr Einfühlungsvermögen in die Situationen eines anderen Menschen sowie die gegenseitige Rücksichtnahme.
Die Stärkung ihrer „Selbstkompetenz“ unterstützt ihre stabile Persönlichkeitsentwicklung und fördert den Aufbau eines sicheren Selbstbildes der Kinder.
Die Stärkung ihrer „Lernkompetenzen“ beinhaltet, die kindliche Neugier anzuregen und die Kinder dabei zu unterstützen, sich Wissen anzueignen sowie die Fähigkeit, Problemlösungsstrategien zu entwickeln.
Die Stärkung ihrer „kognitiven Kompetenzen“ zielt auf die Wahrnehmungs- und Denkfähigkeit der Kinder sowie auf die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung ihres Aufgabenverständnisses und der Aufgabenumsetzung.
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2.3 Integration und Inklusion Unsere Zielgruppe sind Kinder, die in ihrer Entwicklung oder Wahrnehmung stark verzögert sind oder es sind Kinder mit körperlicher und / oder geistiger Behinderung bzw. sie sind von Behinderung bedroht. Hierbei ist es uns wichtig, Wertschätzung und Anerkennung von Diversität, die Verschiedenheit im gemeinsamen Anerkennen, Individualität und den Bedürfnissen der Kinder Rechnung zu tragen. Integration und Inklusion ist immer eine Aufgabe für die Fachkraft für Integration, jedoch auch immer für alle Fachkräfte im Team. Dadurch ist es erforderlich, dass Integration und Inklusion regelmäßig im Großteam reflektiert und weiterentwickelt wird. Behinderte Kinder oder von Behinderung bedrohte Kinder brauchen das, was alle Kinder brauchen, nur oft intensiver. Diese Kinder brauchen eine engmaschigere Entwicklungsbegleitung und Förderung. Diese Kinder brauchen mehr Kleingruppenangebote, Wahrnehmungsangebote, Motopädie, bei Bedarf Logopädie, Begleitung beim Schulkindnachmittag usw.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Elternarbeit, die durch gegenseitiges Verständnis, Vertrauen und Offenheit gekennzeichnet ist. Unsere Aufgabe ist es, die Eltern in ihrer Erziehung zu unterstützen und zu bestätigen. Dazu nutzen wir „Tür- und Angel – Gespräche“, regelmäßige Entwicklungsgespräche und Beratungsgespräche mit Zielvereinbarungen und Reflexionen.
Eine weitere Unterstützung erfahren wir durch den Austausch mit Ärzten und Therapeuten über eventuelle Krankheitsbilder, Fortbildungen und dem Arbeitskreis „Integration“ in Gronau und der Inklusionskoordinatorin der Stadt Gronau.
2.4 Sprache und Sprachförderung Sprache ist im menschlichen Miteinander das wichtigste Mittel zur Verständigung. Nur im Miteinander können Kinder sprechen lernen. Sprache ist der Schlüssel zur Welt.
Die Sprachentwicklung ist ein fortlaufender und lebenslanger Prozess. Die Wertschätzung und das Interesse am Kind und seinen Äußerungen fördern den Prozess der zunehmenden Sprachkompetenz. Sprache ist ein Bildungsbereich, in dem alle Mitarbeiter Fortbildungen besuchen, da sich Sprache durch alle Bildungsbereiche zieht. Für die alltagsintegrierte Sprachförderung arbeiten wir mit dem Beobachtungsverfahren BaSiK (Begleitende alltagsintegrierte Sprachbeobachtung in Kindertageseinrichtungen). BaSiK umfasst alle Sprachbereiche, Artikulation und Lautwahrnehmung (Phonetik und Phonologie), Wortschatz und Wortbedeutung (Lexikon und Semantik), Sprachmelodie (Prosodie), grammatische Regelbildung und Satzbau (Morphologie und Syntax) und sprachliches Handeln (Pragmatik). BaSiK ist nicht nur ein Beobachtungsverfahren, sondern zeigt auch individuelle Fördermöglichkeiten auf.
Neben Morgenkreis, Stuhlkreis, Bilderbüchern, Fingerspielen, Liedern usw. gibt es in unserer Einrichtung Sprachfördergruppen für Kinder mit erhöhtem Sprachförderbedarf in Kombination mit anderen Bildungsbereichen. Hier sind zu nennen Ernährung und Sprachförderung oder Kreativität und Sprachförderung. Sprache erlernen muss mit Freude und Spaß erfolgen und darf nicht defizitorientiert sein.
Für unsere zukünftigen Schulkinder arbeiten wir mit dem BISC (Bielefelder Screening zur Feststellung von eventuellen Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten). Bei erhöhten Risikopunkten findet das Förderprogramm HLL (Hören, Lauschen, Lernen) über 20 Wochen statt.
2.5 Mehrsprachigkeit Mehrsprachig aufzuwachsen bietet dem Kind eine große Chance. Wir haben viele Kinder, bei den Deutsch die Zweitsprache ist. Bei einer normalen Entwicklung in der Erst- oder Muttersprache eignen
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sich Kinder im Vorschulalter in der Regel auf ähnliche Weise die Zweitsprache an. Jedoch haben wir meistens auch Kinder, die sprachlich unterstützt werden müssen, z.B. mit o.a. Sprachfördergruppen. Die Familiensprache der Kinder versuchen wir durch Projekte positiv in den Mittelpunkt zu rücken, z.B. beim bundesweiten Vorlesetag Geschichten auf Polnisch oder Niederländisch. Im Frühstückscafe befindet sich der Spruch: Guten Appetit in den aktuellen Sprachen der Kinder. Die Kinder lieben es, wenn dieser Spruch in ihrer Sprache vorgelesen wird und lachen über die Erzieherinnen, die die Worte nicht richtig aussprechen können. Es wird auch mal geübt, sich in den verschiedenen Sprachen zu begrüßen oder die wichtigen Wörter „Bitte“ und „Danke“ in den verschiedenen Heimatsprachen zu können.
Eine pädagogische Gratwanderung ist es, wenn wir merken, dass die Kinder in der deutschen Sprache nicht weiterkommen und sie spielen, wenn für sie nur irgend möglich, nur mit Kindern mit ihrer Herkunftssprache. Mit viel Feingefühl versuchen wir zu erklären, dass beide Sprachen wichtig sind. Wir sagen den Kindern, dass es wichtig ist, Deutsch zu sprechen, damit später die Lehrer in der Schule sie auch verstehen können. Ebenfalls bitten wir die Eltern, im Kindergarten mit den Kindern Deutsch zu sprechen. Die Kinder sollen merken, im Kindergarten sprechen wir Deutsch und zu Hause die Familiensprache.
Eine Besonderheit der Einrichtung ist die langjährige Partnerschaft mit der KiTa JANOSCH in Polen. Zu Weihnachten und Ostern findet ein Briefwechsel mit Mal- und Bastelwerken der zukünftigen Schulkinder der KiTas statt. So haben beide KiTas die Möglichkeit Ideen und Gedanken der jeweils anderen kennenzulernen. Insbesondere für die polnischen Kinder in unserer KiTa ist es sehr aufregend, das Thema Polen zu erkunden. Das berührt diese Kinder in ihren familiären Wurzeln genauso wie die Möglichkeiten, sich in der polnischen Sprache darzustellen wie mit Liedern und Gedichten etc.
2.6 Bewegung Bewegung ist die erste und wichtigste Kommunikationsform (Schilling 1979). Unsere Einrichtung ist zertifizierte Bewegungskita mit dem Schwerpunkt Ernährung. Alle Mitarbeiter sind Fachkräfte im Bereich Bewegung. Eine optimale Bewegungserziehung ist eine Voraussetzung für die kognitive Entwicklung, die Sprache und Stabilisierung der Persönlichkeit. Alle Bildungsräume sind so gestaltet, dass viel Bewegung möglich ist. Unser abwechslungsreiches, großes Außengelände wird täglich bei jedem Wetter von den Kindern genutzt. Gelenkte Sportangebote sind u.a. wöchentliche, altershomogene Turngruppen, regelmäßige Bewegungsbaustellen, saisonmäßige Aerobic Gruppe, Ballsportgruppe von März bis November auf einem Fußballplatz, Waldtage von März bis November, Motopädiegruppe usw.
2.7 Ernährung Eine gesunde Ernährung enthält alle Nährstoffe, die ein Kind zum Wachsen und Gedeihen braucht. Sie wirkt auch auf das kindliche Bewegungsverhalten und umgekehrt. Freude und Interesse am Essen sind ein wesentliches Mittel einer kindgerechten Ernährungserziehung und eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Essverhalten.
Mit dem gemeinsamen Essen am Mittag wird das Gemeinschaftsgefühl der Tagesstättenkinder enorm gesteigert. Die Tagesstättenkinder essen in Kleingruppen mit der Bezugserzieherin. Essen soll als etwas Schönes und Wertvolles gemeinsam erlebt werden ohne Störungen während dieser Zeit. Es wird die Esskultur Alters entsprechend geübt. Das Essen mit Messer und Gabel üben die Vorschulkinder. Die Kinder lernen, in angemessener Form Kritik zu üben, wenn es ihnen nicht geschmeckt hat oder die Kinder rufen den Lieferanten an, wenn sie ein Lieblingsessen wünschen. Das Mittagessen liefert z.Zt. ein Lieferant aus Gronau.
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Das einmal wöchentliche Frühstücksbuffet bietet immer wieder neue Esserlebnisse. Die Zusammenstellung der Nahrungsmittel, die mit den Kindern eingekauft oder auch zubereitet wurde sowie die kreative, optische Darbietung durch die Erzieherinnen lässt keine Wünsche offen, jeder findet etwas Leckeres für seinen Geschmack.
Ernährung ist immer wieder Thema in Projekten, bei Elternnachmittagen, bei Elternveranstaltungen mit der Ernährungsberaterin, bei Festen, beim gemeinsamen Kochen der Eltern mit ihren Kindern und beim Einkaufen von Nahrungsmitteln mit den Kindern. In unserer Einrichtung sollen die Kinder keine Süßigkeiten beim Frühstück zu sich nehmen.
2.8 Literatur Die Bedeutung eines guten Umgangs mit der Schriftsprache ist heute für verschiedene, zentrale Lebensbereiche von großer Wichtigkeit. Unser reichhaltiges Angebot an Bilderbüchern, Geschichten im Stuhlkreis und der Zugang an Büchern in allen Bildungsräumen ist ein großer Beitrag zu einer möglichst, vielseitigen Lesesozialisation. Damit sorgen wir gleichzeitig für mehr Chancengleichheit im Bereich Bildung.
Zwei ausgebildete Fachkräfte im Bereich Literatur betreuen die Leseecke, die Lesepatin, den bundesweiten Vorlesetag, den Büchereiführerschein der zukünftigen Schulkinder und verschieden Buchausstellungen. Der respektvolle Umgang mit Büchern ist immer wieder Thema und bedarf stetiger Übung.
Ein weiteres Medium zur Entwicklung der Erzählfreude ist das Kamishibai – Tischtheater, das regelmäßig in Kleingruppen zur Anwendung kommt.
Für die Eltern und die Kinder gibt es eine kuschelige Leseecke. Es dürfen Bücher für den Gebrauch zu Hause ausgeliehen werden. Durch die Kooperation mit der Stadtbücherei Gronau erhalten wir stets neue Medien, Buchtipps für die Einrichtung und für die Eltern.
2.9 Haus der kleinen Forscher Kinder sind von Geburt an kleine Forscher. Kinder wollen die Welt entdecken und experimentieren. Beim Forschen werden weitere Kompetenzen gefördert wie die Sprache, die Konzentrationsfähigkeit, die Feinmotorik sowie die Problemlösekompetenz und andere soziale Fähigkeiten.
Zwei Fachkräfte mit Fortbildungen aus dem „Haus der kleinen Forscher“ unterstützen und fördern diesen Bereich.
Einfache Experimente eignen sich bereits für Krippenkinder. Ein Kleinkind erforscht seine Umwelt mit allen Sinnen und lernt dadurch, sich zu Recht zu finden. Sinnes- und Wahrnehmungsförderung zielt darauf, aktiv zu werden und Dinge auszuprobieren.
Beim Forschen verwenden wir vorwiegend Materialien und Gegenstände, die die Kinder auch aus ihrem Alltag kennen. So können die Kinder sich besser auf das Experimentieren einlassen, weil sie einen Bezug zu den verwendeten Gegenständen haben. Wichtige Forscheranlässe sind immer die Jahreszeiten. Wenn im Frühling die Natur erwacht und viele Insekten unterwegs sind, entsteht der natürliche Forscherdrang der Kinder und sie untersuchen viele Dinge mit der Becherlupe. Beim gelenkten Experimentieren werden Forscherregeln besprochen wie z.B. der sichere Umgang mit Kerzen. Experimente werden in Kleingruppen und Großgruppen durchgeführt. Besonders sinnvolle Experimente entstehen aus Fragen der Kinder wie z.B. was mit dem Schneemann passiert. Forschen mit den Kindern bedeutet
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für uns offene Frage, kein Leistungsdruck, Motivieren der kleinen Forscher, Theorien und Ideen der Kinder gemeinsam formulieren. Auch hier gilt: Spaß ist der beste Lehrer.
3. Kindliche Entwicklungs- und Bildungsprozesse im offenen Konzept
Im Gegensatz zur eher traditionellen Einteilung der einzelnen Gruppenräume in unterschiedliche Funktionsecken nutzen wir Bildungsräume, die jeweils der Größe eines Gruppen- oder Gruppennebenraumes entsprechen und die Ausführung einer Tätigkeit in den Mittelpunkt stellen.
Wir öffnen die Bildungsräume für alle Kinder unserer Kindertageseinrichtung. Das bedeutet, dass die Kinder von ihren „Stammgruppen“ ausgehend die jeweiligen Räume aufsuchen. Diese Öffnung der Räume bietet den Kindern nicht nur die Chance, ihren Spielort, die Spieldauer sowie ihre Spielpartner und Inhalte frei wählen zu können, sondern fordert ihre Entscheidungsfähigkeit heraus. Denn sie müssen abwägen und entscheiden, welcher Tätigkeit und welchem Spiel sie nachgehen möchten und ebenso wo und mit welchen Mitteln sie ihre Vorhaben umsetzen wollen und können. Nicht zuletzt müssen sie darüber entscheiden, ob sie ihre Spielvorhaben alleine oder gemeinsam mit anderen ausprobieren und erreichen möchten.
Die Betrachtung der wissenschaftlichen Positionen zur aktuellen Kindergartenarbeit lässt erkennen, dass dem offenen Konzept derzeit eine große pädagogische Leistungsfähigkeit zugetraut wird. Unsere Räume
 bieten den Kindern klare Strukturen und Orientierungen.  verfügen über unterschiedliche Materialien und Experimentierfelder, die die Sinne und Wahrnehmung der Kinder anregen und ihre Experimentierfreude fördern.  bieten den Kindern die Möglichkeit, ihrer Neugierde und ihrem Forscherdrang zu folgen.  bieten den Kindern die Chance, sowohl in Eigeninitiative als auch in Interaktion mit anderen Kindern und/oder Erwachsenen ihre Bildungsprozesse erleben und leben zu können.  berücksichtigen sowohl den Bewegungsdrang der Kinder als auch ihr Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung.  ermöglichen den Kindern den selbstständigen Übergang in andere Räume.
 
Im Folgendem werden die Besonderheiten der Räume kurz skizziert.
Gelbe Gruppe Kreativraum
Jedes Kind verfügt schon von Geburt an über kreative Potentiale. Kreativität gilt bereits seit einigen Jahren als Schlüsselkompetenz der Zukunft. Wer kreativ ist, kann auch um die Ecke denken, neue Wege finden, phantasievoll mit anderen zusammenarbeiten und spielen.
Im Kreativraum stehen den Kindern vielfältige Materialien zur freien Verfügung, die zu groß- und kleinflächigem Malen sowie zu schöpferischem und konzentriertem Tun inspirieren. Gearbeitet, gestaltet und gemalt wird auf dem Boden, an mit Tischlerplatten verkleideten Wänden oder an der Staffelei. Für die Kinder ist der Zugriff auf alle Materialien wichtig, die in offenen, einsichtigen und zugänglichen Regalen gelagert werden. Zu den unverzichtbaren Materialien zählen z.B. verschiedenartige Farben und Pinsel, Rollen, Siebe und Spachtel. Papier, Kartons und Schachteln in allen Größen und Formen sowie vielfältige Materialien aus dem Alltag, also alles, was zum Experimentieren einlädt und vielseitig
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verwendet werden kann. Auf Trockenständern und Regalen werden die Ergebnisse getrocknet und ausgestellt. Der Werkraum ist so gestaltet, dass in ihm sowohl mit Holz als auch mit Ton und mit Gips gearbeitet werden kann.
Rote Gruppe Bau- und Konstruktionsraum und Spielebereich
Die Baumaterialien dort sind Holzbausteine in verschiedenen Größen. Das Bauen mit unterschiedlich großen und schweren Materialien, die außerdem unterschiedliche Oberflächen-Eigenschaften aufweisen, ist wertvoll, weil die Kinder dabei ihre Körpersinne, insbesondere den Muskelsinn einsetzen. Als Belebungsmaterialien sind einige Tierfiguren, Fahrzeuge und Figuren vorhanden. Die Beschränkung der Vielfalt und Menge dient dazu, die Fantasie und den Erfindergeist anzuregen. Deswegen ist es ebenso wertvoll, wenn die Kinder ihre Schätze, die sie beispielsweise während eines Waldtages im Außengelände oder im eigenen Garten gefunden haben, mit einbringen. Vor allem wird das mathematische Denken, die ursprüngliche Lust der Kinder an der Mathematik, durch das Angebot vielfältiger Bau- und Konstruktionsmöglichkeiten unterstützt: Denn beim Bauen machen Kinder permanent Erfahrungen mit Raum und Volumen, mit Menge und Form, Fläche, Größe und räumlichen Beziehungen, also Länge, Höhe, Tiefe, mit Symmetrie, Rhythmus und Musterbildung.
Kinder spielen nicht, um zu lernen, aber sie lernen beim Spielen. Regelspiele fördern das Begreifen, das Erinnern und das Befolgen der Regeln sowie die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis des Kindes. Das Kommunizieren vor, während und nach dem Spiel fördert die sprachlichen und diplomatischen Fähigkeiten. Der Ausgang des Spiels ist am Anfang nicht vorhersehbar. Die Kinder probieren in einem zeitlich begrenzten Rahmen aus. Gemeinsames Spielen fördert die Gewissheit, nicht einsam zu sein. 
Turnhalle
Psychomotorische Erfahrungen sind die Basis der kindlichen Entwicklung. Über die Bewegung erschließen sich Kinder ihre Umwelt. Außerdem erkunden sie unterschiedliche Materialeigenschaften und erfahren soziale und emotionale Kontakte. Deswegen ist die Turnhalle eine „Bewegungsbaustelle“. Das bedeutet, dass die Kinder sich hier mit Hilfe verschiedener Materialien ihre Bewegungsanlässe selbst gestalten und „bauen“. Hierzu steht ihnen eine Materialvielfalt zur Verfügung: u.a. Bänke, Kästen, Matten, Leitern aber auch Bretter, Vierkanthölzer, Holzblöcke und Drainagerohre. Zusätzlich bietet die Turnhalle den Platz und die Materialen, die weiteren Bewegungserfahrungen, wie z.B. Klettern, Rollen, Wippen oder Schaukeln zulassen. Die Kinder lernen zunehmend, sich selbst und ihre motorischen Fähigkeiten einzuschätzen und ihre Bewegungsabläufe zu koordinieren. Gleichzeitig lernen sie durch das aktive, eigenständige Ausprobieren ihre individuellen Grenzen kennen. Sie gewinnen an Selbstvertrauen und sammeln positive Erfahrungen. Diese fördern ihre Selbstsicherheit und ihre Leistungsmotivation.
Grüne Gruppe Rollenspielraum
Kinder eignen sich das, was sie in ihrer Umwelt wahrnehmen, im Rollenspiel an. Sie verwandeln sich und lernen zum Beispiel dadurch Andersartigkeit kennen und dass sie sich in andere Personen und/oder Figuren verwandeln können. Das Rollenspiel ist somit Ausgangspunkt für innere Verarbeitungs- und weitere Interaktionsprozesse. Innerhalb dieses Bildungsbereiches ist der Raum so beschaffen, dass ein Raum im Raum geschaffen werden kann, um Rückzugsmöglichkeiten oder Kommunikationsecken entstehen zu lassen.
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Zu diesem Zweck ist eine Bühne vorhanden. Mit Hilfe von Stoffzelten, Paravents und Vorhängen werden Nischen eingerichtet. Orientierung bei der Materialauswahl bieten insbesondere die Themenblöcke Familie und Arbeitswelt. Als Spielmaterialien dienen ausrangierte Kochtöpfe, Küchenutensilien, Geschirr und Besteck. Eine Verkleidungskiste mit Hüten, Kleidern und Schuhen auch Bauhelmen, Arztkitteln, Handwerkerhosen und Schürzen gehört selbstverständlich zur Grundausstattung dazu. 
Die Bühne in diesem Raum bietet nicht nur einen Schauplatz für Darbietungen wie Theaterstücke und Kasperlestücke, die sich im Laufe des Spiels entwickeln, sondern eignet sich ebenfalls als Versammlungsort. Unterschiedliche Spiegel und eine Schminkecke sind in diesem Raum unerlässlich.
Blaue Gruppe U3 - Raum
In besonderer Weise bieten wir den Kindern in der Blauen Gruppe einen geschützten Raum, in dem der Aufbau einer intensiven, vertrauensvollen und einfühlsamen Bindung im Vordergrund steht. Aus diesem sicheren, geschützten, zwischenmenschlichen Raum können sie ihrer kindlichen Neugier folgen. Die Beobachtung des kindlichen Tuns und die Berücksichtigung der unterschiedlichen Kommunikationswege der Kinder werden aufmerksam verfolgt, um sie zu verstehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Der Raum bietet ausreichend Platz für Spiel- und Bewegungsanlässe, z.B. schiefe Ebenen, Podeste, Bälle und eine Schaukel. Das entwicklungsfördernde Spielmaterial zeichnet sich dadurch aus, dass unterschiedliche Materialeigenschaften und Oberflächenstrukturen entdeckt werden können, eine Vielzahl der Materialien nicht vorgefertigt, sondern verwandelbar sind, dass Experimentierfelder eröffnet werden. Wir akzeptieren das individuelle Tempo jedes Kindes, mit dem es seinen Aktionsradius erweitert.
Außengelände
Unser Außengelände wird bei Wind und Wetter genutzt. Grundsätzlich bieten hier naturnahe Gestaltungselemente vielfältige Bildungsmöglichkeiten, die die Interessen der unterschiedlichen Altersgruppen berücksichtigen. Heimische Hecken grenzen unterschiedliche Bereiche voneinander ab. Weidenzelte, Höhlen und Holzhäuschen bieten Verstecke, Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten. Für die unter 3 - jährigen existiert ein abgegrenzter Bereich mit vielfältigen Experimentiermöglichkeiten.
Außerdem regen unterschiedliche Höhen, schiefe Ebenen, Podeste und Hügel erste Steh- und Gehversuche an. Im Weiteren können die Kinder auf Spielgeräten schaukeln, klettern, und balancieren. An mehreren Stellen können sie mit Sand, Wasser, Matsche und weiteren Materialien, die unterschiedliche Oberflächenstrukturen aufweisen, experimentieren. Auf befestigten Wegen können die Kinder mit Pedalos, Rollern und anderen Fahrzeugen fahren.
Cafe
Wir legen großen Wert auf eine gesunde Ernährung und eine Kultur des gemeinsamen Essens. In unserem Cafe finden alle Kinder donnerstags morgens ein reichhaltiges Frühstücksbuffet vor. Das Café ist für eine bestimmte Zeit während des Vormittags geöffnet.
Mittags wird hier gemeinsam in Kleingruppen gegessen.
Wissensraum
Der Wissensraum ist für die Kleingruppenarbeit besonders wertvoll. In ihm finden folgende Angebote statt: Sprachförderung, Geburtstagsfeiern, Bastelangebote, Schulkindspiele und Mittagessen
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4. Aufgaben der pädagogischen Mitarbeiter/innen
Im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit steht das Kind in seiner Einzigartigkeit. Der Aufbau einer sicheren und respektvollen Beziehung zu jedem einzelnen Kind ist der Ausgangspunkt für eine vertrauensvolle Bindung. Die Qualität der Bindung ist entscheidend für die Sicherheit und das Wohlbefinden des einzelnen Kindes und entscheidend dafür, dass die Kinder sich gesund entfalten können.
Wir verstehen uns als Begleiter/innen kindlicher Bildungsprozesse und bieten den Kindern eine Umgebung, in der sie ihre Kompetenzen vertiefen und sich autonom entwickeln können. Wir orientieren unser pädagogisches Angebot und Handeln an den individuellen Bedürfnissen der Kinder. Erkenntnisse hierüber erlangen wir durch unsere kontinuierlichen Beobachtungen der Kinder. Gleichzeitig ermutigen wir sie dazu, ihren Alltag mit zu gestalten und eigene Entscheidungen zu treffen.
Unsere respektvolle und wertschätzende Haltung den Eltern gegenüber bildet für uns die Grundlage einer gelingenden Erziehungs- und Bildungspartnerschaft. Wir stehen mit den Eltern im regelmäßigen Dialog über die Entwicklungsschritte ihres Kindes. Gleichzeitig begegnen wir aktuellen Bedürfnissen und Anliegen der Eltern mit grundsätzlicher Offenheit. Wir beraten und unterstützen die Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung.
5. Partizipation
Für unsere KiTa bedeutet Partizipation, den Kindern in bestimmten Bereichen verlässliche Rechte und Mitwirkungsmöglichkeiten zu schaffen. Deswegen ist es uns wichtig, Ideen, Fragen und Kritik der Kinder, die den KiTa-Alltag betreffen, regelmäßig anzuhören und gemeinsame Lösungswege zu finden. Somit lernen die Kinder als Experten in eigener Sache zunehmend Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen. Sie entwickeln ein Bewusstsein dafür, Kompromisse einzugehen und mitunter auch auf etwas verzichten zu müssen. Gleichzeitig erkennen wir das Recht der Kinder an, Beschwerden zu äußern. Sie haben einen Anspruch darauf, dass ihre Beschwerden gehört und angemessen behandelt werden. Das zentrale Instrument für jede Form der Mitwirkung ist der regelmäßige Dialog auf Augenhöhe mit den Kindern.
Partizipation der Kinder in den Abläufen der KiTa – JANOSCH richtet sich primär nach den gesetzlichen Vorgaben § 1 Abs. 1 SGB VIII sowie § 13 Abs. 1 KiBiz.
6. Die Bedeutung des Freispiels
Das Freispiel ist das wichtigste Element des kindlichen Lernens. Freispiel bedeutet, dass das Kind bestimmt, wie es spielen möchte, mit wem es spielen möchte, womit es spielen möchte und wo es spielen möchte. Das Freispiel ist die Arbeit des Kindes. Es ist ein wichtiger Bestandteil im Alltag des Kindes. Dabei werden kognitive, soziale, emotionale und motorische Fähigkeiten gefördert und entwickelt. Eine besondere Förderung ergibt sich bei den Kindern vor allem in ihrer Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, Wahrnehmungs – und Beobachtungsfähigkeit, Belastbarkeit, Sprachkompetenz und Intelligenz. Das Kind
 richtet sich nach seinen eigenen Bedürfnissen und trifft somit seine eigenen Entscheidungen  setzt sich stets mit seiner Umwelt auseinander  ist selbstbestimmt
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 lernt mit allen Sinnen und damit ganzheitlich  erfährt Sinnzusammenhänge  eignet sich Wissen an  entdeckt immer neue Lernfelder  ist gefordert in Spontanität und Eigenmotivation  muss, darf und soll auch Fehler machen
 
Es werden folgende Spielformen unterschieden:
Funktionsspiele (Übungsspiele)
Funktionsspiele sind die erste Stufe des spielenden Lernens. Sie sind frühkindliche Verhaltensmuster. Sie entstehen, sobald ein Kind einen Lust erzeugenden Effekt entdeckt hat und anschließend versucht, ihn immer wieder erneut herbeizuführen.
Säuglinge beginnen mit einfachen Bewegungen, ihre Fähigkeiten und deren Funktionen zu erforschen. Ab dem 6. Lebensmonat passiert dies gezielt mit Gegenständen. Die zunehmenden Körperfunktionen wie Greifen, Sitzen, Krabbeln, Robben oder Rutschen werden weiterhin erprobt und erkundet
Konstruktionsspiele
Mit ca. 2 Jahren sind Kinder in der Lage, Konstruktionen, z.B. Bauen mit Bauklötzen, nach ihren Vorstellungen zu beeinflussen. Die Konstruktionsspiele sind auf das fertige Produkt hin ausgerichtet. Die Kinder beziehen ihre Umwelt aktiv mit ein und stellen Bezugspersonen Fragen und verlangen nach Antworten.
Symbol – und Rollenspiele
Symbolspiele sind ein reines Nachahmungsspiel. Dabei ahmt das Kind Tätigkeiten nach, ohne in entsprechende Rollen zu schlüpfen. Symbolspiele werden in etwa ab dem 2. Lebensjahr beobachtet.
Rollenspiele finden erst ab dem 3. Lebensjahr statt. Das Kind schlüpft dabei in Rollen anderer Menschen. Das gibt ihnen die Möglichkeit, nach Lösungen für Konflikte zu suchen und diese zu bewältigen.
Regelspiele
Regelspiele setzen Spielregeln und das Verständnis dafür voraus. Ein richtiges Regelspiel ist wohl erst nach dem 4. Lebensjahr möglich, vorher werden Regeln zwar umgesetzt und auch eingehalten, aber nicht immer richtig verstanden.
 
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7. Tagesabläufe
Die KiTa Janosch bietet im Rahmen der Öffnungszeiten die folgende Betreuungsformen an:
25 Stunden Betreuung:
montags – freitags 7:30 Uhr bis 12:30 Uhr
35 Stunden Betreuung:
montags – donnerstags 7:30 Uhr – 12:30 Uhr und 14:00 Uhr – 16:30 Uhr freitags 7:30 Uhr – 12:30 Uhr
35 Stunden Blockzeit nur für Kinder, deren Eltern beide in Ausbildung oder berufstätig sind
montags – freitags 7:00 Uhr – 14:00 Uhr
45 Stunden nur für Kinder, deren Eltern beide in Ausbildung oder berufstätig sind
montags – donnerstags  7:00 Uhr – 16:30 Uhr freitags 7:00 Uhr – 14:00 Uhr Die Elternbedarfe zu den Betreuungsformen werden im Herbst des laufenden Jahres durch Abfrage festgestellt. 
Die Schließungszeiten der KiTa wie Ferientage, Brückentage und weitere Schließungstage werden mit dem Elternbeirat abgesprochen und den Eltern zeitnah bekanntgegeben.
7.1 Tagesablauf der U3 - Kinder In der U3 - Gruppe achten wir stets darauf, den Alltag für die Kinder mit festen Ritualen zu versehen: gemeinsames Frühstück, tägliche Morgenkreise mit vielen Liedern und Fingerspielen, Wickelrituale etc. Diese Rituale geben den Kindern die nötige Sicherheit, um ungehemmt spielen zu können und die Welt für sich zu entdecken. Auch die Erzieher gelten hier als „sicherer Hafen“ und als Bezugsperson für die Kinder.
Im Folgenden wird beispielhaft ein Tagesablauf dargestellt:
Bringphase / Ankommensphase
7:00 – 8:50 Uhr: die Kinder werden bis in die Gruppe zu den Erzieherinnen gebracht
Es folgt die Trennungsphase mit einem gemeinschaftlichen Abschiedsritual zwischen Eltern und Kind, eventuell mit Unterstützung der Erzieherin. Dieses schafft eine harmonische und ruhige Atmosphäre. Wichtig ist der respektvolle, achtsame und liebevolle Umgang mit dem Kind.
9:00 Uhr: gemeinsamer Morgenkreis
9:15 Uhr: gemeinsames Frühstück mit allen Kindern
9:35 Uhr: freies Spiel der Kinder in der Gruppe
Dabei gibt es Angebote zur Materialerfahrung, immer mit einer achtsamen Begleitung des kindlichen Spiels durch die Erzieherin. Gleichzeitig werden Regeln und Werte kindgerecht vermittelt. Es wird das kindgerechte Handeln in Konflikten geübt und auch Trost gegeben. Die Kinder erhalten Spielimpulse für ein selbstständiges Spiel und Handeln. Auch werden spontane Aktivitäten nach den Interessen des Kindes angeboten. Bei Schlafbedarf werden die Kinder in die Schlafphase begleitet.
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11:30 Uhr gemeinsames Mittagessen (Begleitung beim Essen der Kinder)
12:00 Uhr – 12:30 Uhr flexible Abholzeit
12:30 Uhr Übergang zum Schlafen gehen
ab 12:30 Uhr  Ruhephase
12:30 – 14:00 Uhr Schlafenszeit mit Begleitung
ab 13:45 Uhr Aufwachphase, Pflege und Anziehphase, Ankommen in der Gruppe
14:00 Uhr Abholphase der Kinder, Gespräche mit den Eltern
14:00 – 16:00 Uhr freies Spiel und kleine Angebote mit unterschiedlichen Materialien. Dazu gibt es zwischendurch Obst und Getränke.
7.2 Tagesablauf der Ü3 – Kinder Auch in den Ü3 - Gruppen achten wir stets darauf, den Alltag für die Kinder mit festen Ritualen zu versehen: tägliche Morgenkreise mit vielen Liedern und Fingerspielen. Diese Rituale geben den Kindern die nötige Sicherheit, um ungehemmt spielen zu können und die Welt für sich im offenen Konzept zu entdecken. Die Gruppenerzieher gelten hier als „sicherer Hafen“ und als Bezugsperson für die Kinder.
Im Folgenden wird beispielhaft ein Tagesablauf dargestellt:
Bringphase / Ankommensphase
7:00 Uhr – 8:50 Uhr: die Kinder werden bis in die Gruppen zu den Erzieherinnen gebracht.
ab ca. 8:00 Uhr: Die Kinder suchen sich ihren Spielbereich für das freie Spiel.
9:00 Uhr gemeinsamer Morgenkreis in der Stammgruppe
ab 9:15 Uhr: Freispiel in allen Bereichen sowie je nach Wochentag Förderungen in verschiedenen Bereichen wie altershomogene Bewegungsangebote, Motopädie, Musikschule, Sprachförderungen und integrative Angebote.
12:00 Uhr - 12:30 Uhr: flexible Abholzeit
Für die Tagesstättenkinder gilt:
11:30 Uhr – 14:00 Uhr: Mittagessen und Ruhephase in altershomogenen Gruppen
14:00 Uhr: Abholzeit für die Blockzeitenkinder
14:00 Uhr – 16:30 Uhr: Abholzeit für die Tagesstättenkinder
14:00 Uhr – 16:30 Uhr: Freispiel, angeleitete Sportaktivitäten, Projektarbeit, Schulkindnachmittag usw.
8. Verhaltensweisen der Erzieherinnen gegenüber den Kindern
Der Kindergarten ist oftmals der erste Ort, an dem sich das Kind, neben Großeltern oder engen Bekannten, von seinen Eltern für eine bestimmte Zeit trennt. Aus diesem Grund ist es uns wichtig, den Übergang vom Elternhaus zur Kindertageseinrichtung so behutsam wie möglich zu gestalten. Ganz
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wichtig ist es für uns als Team das bedingungslose Vertrauen der Kinder zu gewinnen. Nur wenn das Kind uns vertraut, kann es eine positive Beziehung zu uns aufbauen. Wir als Pädagogen treten dem Kind dabei unter anderem mit Toleranz, Akzeptanz, Wertschätzung, Echtheit, Hilfsbereitschaft, Empathie und Geduld entgegen.
Die Stärken des Kindes stehen in unserer Einrichtung im Vordergrund. Aus diesem Grund sind auch die pädagogischen Angebote nach den Interessen und Stärken des Kindes ausgerichtet. Die fachliche Kompetenz aller Mitarbeiter unserer Einrichtung ist dabei Grundlage des pädagogischen Handelns und Reflektierens. Wichtig zu erwähnen in diesem Zusammenhang ist, dass wir als Pädagogen unsere eigenen Grenzen erkennen und akzeptieren und unser Handeln danach ausrichten. Wir achten stets die Chancengleichheit und handeln vorurteilsfrei.
Wir geben dem Kind Raum und Zeit für die individuelle Entwicklung und Entfaltung seiner Interessen. Es ist uns sehr wichtig, dass sich das Kind in unseren Räumlichkeiten wohl fühlt und sich auskennt. Dies gibt zusätzlich zur positiven Beziehung zum Erzieher Halt und Sicherheit.
Begegnung ist für Emmi Pikler, eine anerkannte U3 – Pädagogin, bedeutungsvoll. Respektvoller Umgang bedeutet, mit den Kindern von Anfang an verständlich, einfach, fließend und ruhig zu sprechen. Einer der Grundgedanken der Pädagogik nach Emmi Pikler ist, die Pflege der Kinder achtsam und respektvoll durchzuführen, damit sich die Beziehung zu den Kindern vertrauensvoll aufbaut. Die Kinder fühlen sich dann geborgen, sodass sie Lust und Initiative zeigen, sich selbstständig zu beschäftigen.
9. Elternarbeit
In der Zusammenarbeit mit den Eltern verstehen wir uns als Erziehungspartner. Diese Einstellung spiegelt sich auch im Gesetz wieder, in dem es heißt: „Die Erziehung im Kindergarten ergänzt und unterstützt die Erziehung in der Familie“ (§2 GTK). Dementsprechend orientiert sich unsere pädagogische Arbeit an der aktuellen Lebenssituation der Familie.
Wie bereits erwähnt, bedeutet der Besuch einer Kindertageseinrichtung für viele Familien die erste Trennung von Eltern und Kind. Diese Tatsache geht häufig mit Ängsten, Unsicherheiten oder auch Neugier einher. Die Eltern geben uns ihr Kind vertrauensvoll in unsere Betreuung. Dieser großen Verantwortung sind wir uns stets bewusst. Um dieses Vertrauen aufbauen und wahren zu können, befinden wir uns im regelmäßigen Austausch mit den Eltern. Dieser findet in unterschiedlichen Formen statt:
 Anmeldegespräch  Informationsnachmittag für die neuen Eltern, ohne Kinder  Kennenlern – Nachmittage mit Eltern und Kindern  Elternvollversammlung am Anfang des KiTa – Jahres: hier wird jedes Jahr ein Elternbeirat gewählt, der bei unterschiedlichen Angelegenheiten, die den KiTa- Alltag betreffen, mitwirken kann.  regelmäßige Tür- und Angelgespräche zum aktuellen Informationsaustausch  regelmäßige Elternsprechtage  Elterninformationsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen, z.B. gesunde Ernährung, Bewegung, Literatur usw.  Angebote, die die Mitarbeit der Eltern in unserer KiTa ermöglichen  Feste und Feiern
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10. Eingewöhnung in die KiTa
Im Folgenden werden verschiedene Aspekte der Eingewöhnung der Kinder in die KiTa wie auch Wechselsituationen innerhalb der KiTa und aus der KiTa heraus beschrieben.
Die Eingewöhnung verfolgt folgende Ziele:
 Aufbau einer tragfähigen Beziehung zwischen Fachkraft und Kind, zunächst in Anwesenheit der vertrauten Bezugsperson  Schaffung des Gefühls der Sicherheit durch eine gute Beziehung  Kennenlernen der Abläufe, Regeln, Rituale und die neuen Menschen/Räume in einer ruhigen Atmosphäre  Bildung einer soliden Grundlage für eine gute Erziehungs – und Bildungspartnerschaft
10.1 Eingewöhnung in Anlehnung an das Berliner Eingewöhnungsmodell Die Eingewöhnung in unserer Einrichtung gestalten wir in Anlehnung an das „Berliner Eingewöhnungsmodell“, welches im Folgenden kurz dargestellt wird. Die Eingewöhnung dauert ca. 3 Wochen. An dieser Stelle sei deutlich erwähnt, dass je nach Stimmung und Charakter des Kindes die einzelnen Phasen vermischt oder auch ausgelassen werden können.
Insbesondere bei den Ü3 – Kindern kann dieser Prozess schneller vollzogen werden.
Beginn der Eingewöhnung
 Aufnahmegespräch   Schnuppernachmittag im Juli  Terminabsprache mit den Eltern ab wann die Eingewöhnung nach dem Berliner Eingewöhnungsmodel beginnt (Datum, Uhrzeit, Dauer) Die dreitägige Grundphase
 die Bezugsperson ist 1-2 Stunden mit dem Kind in der Einrichtung – verhält sich passiv, ist aber aufmerksam („sicherer Hafen“)  die Fachkraft baut vorsichtig Kontakt zum Kind auf  es finden keine Trennungsversuche statt Die erste Trennungsphase
 am 4. Tag entfernt sich die Bezugsperson nach einiger Zeit aus dem Gruppenraum   erste Trennungsperiode ca. 30 Minuten  lässt sich das Kind nicht trösten dauert die Trennungsphase nicht länger als 2-3 Minuten Stabilisierungsphase
 ab den 5. Tag übernimmt die Bezugserzieherin immer mehr Aufgaben (wickeln, Schlafbegleitung etc.)  Trennungszeiten werden verlängert
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Schlussphase
 Die Bezugsperson ist nicht mehr in der Einrichtung  Die Fachkraft wird vom Kind als „sichere Basis“ akzeptiert  Eingewöhnungsgespräch nach ca. 6 Wochen
 
Jede Eingewöhnung läuft individuell ab.
10.2 Übergang von U3 nach Ü3 Im Großteam wird ein dem Kind entsprechender sanfter Übergangsverlauf besprochen. Dazu gehört der Verlauf selbst und der Zeitpunkt. Die Kinder werden in kleinen Schritten an das offene Konzept herangeführt: Teilnahme am Morgenkreis der Ü3 – Gruppe, Teilnahme am Frühstück der Ü3 – Gruppe, kleinere Aktivitäten bei oder Zuschauer bei Rollenspielen. Die U3 – Kinder werden von der U3 – Erzieherin begleitet.
10.3 Übergang von der KiTa in die Grundschule Im letzten Kindergartenjahr vor der Grundschule werden unsere Kindergartenkinder zu den Vorschulkindern Sie haben nun eine besondere Stellung in der Kindergartengruppe und treffen sich regelmäßig, um schulvorbereitende Angebote wahrzunehmen. Als Vorschulkinder begegnen sie gemeinsam mit ihren Erzieherinnen folgenden Themen:
 Die Kinder lernen die Gruppe der Vorschulkinder kennen. Sie stellen sich an Hand von Steckbriefen vor. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Schule wird mit den unterschiedlichsten Materialien vertieft.  Der Erfahrungshorizont im Bereich Farben und Formen erfährt eine Erweiterung. Die Kinder setzen sich intensiv mit Gegenständen aus dem Kindergarten auseinander und festigen ihre Erfahrungen mit Bewegungsspielen.  Aus feinmotorischer Sicht wird die Stifthaltung noch einmal intensiv hinterfragt und beachtet.  Das Thema Feuerwehr wird mit den Kindern intensiv bearbeitet. Die Kinder werden in der Stadtbücherei recherchieren. Ein Besuch bei der Feuerwehr Gronau lässt die realitätsnahe, praktische Seite der Feuerwehr erfahrbar machen. Die Kinder werden lernen, einen Notruf abzusetzen.  Die Verkehrspolizei wird uns im Kindergarten aufsuchen. Die Kinder werden ihren Schulweg mit der Verkehrspolizei begehen. Das Thema wird mit einem Besuch der Polizeipuppenbühne abgeschlossen.
 
Eine hohe emotionale Kompetenz geht mit einer höheren sozialen Kompetenz und mit weniger Problemen mit Gleichaltrigen einher. Darum ist die Förderung der „Ich-Stärke“ (soziale-emotionale Kompetenz) ein wichtiges Ziel in der Kindergartenarbeit allgemein, insbesondere im letzten Kindergartenjahr. Damit entwickeln sich die Kinder zu einer gesunden und starken Persönlichkeit. Es werden die Themen Gefühle, Freundschaften, Konflikte, Körperbewusstsein, Regeln und Grenzen intensiv besprochen.
 Die Kinder schlüpfen in die Rolle eines kleinen Forschers, wenn das Thema Technik ihr technisches Verständnis hinterfragt. Kindgerechte und spielerische Experimente werden ausprobiert und hinterfragt, z. B Magnete.
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 Die Grundschule selbst lädt zu einem Unterrichtsbesuch ein, bei dem die Kinder ihre zukünftige Schule bereits kennenlernen können.  Aktuelle Themen aus der Lebensumwelt der Kinder runden das Themenspektrum dieser Altersgruppe ab. Comics, Sportveranstaltungen, Naturereignisse sind relevante Inhalte.
11. Beobachtung und Dokumentation
Durch die täglichen Beobachtungen und deren Dokumentation haben wir einen genauen Überblick über den Entwicklungsstand aller Kinder. Unsere Beobachtungen und deren Dokumentation bieten außerdem eine Grundlage für regelmäßig stattfindende Entwicklungsgespräche mit den Eltern. Beobachtungen und Arbeitsergebnisse werden regelmäßig dokumentiert und archiviert:
Portfolios
Jedes Kind bringt an seinem ersten Kindergartentag u.a. einen großen Ordner mit, indem sein persönliches Portfolio angelegt wird. In diesem werden Entwicklungsschritte des Kindes festgehalten. Die Kinder und Eltern haben jederzeit die Möglichkeit, sich die Portfolios anzuschauen und bei Nachfrage auszuleihen, um sich diese in Ruhe zu Hause durchzulesen und um eigene Bilder und Berichte zu ergänzen!
Bildungsdokumentation
Wir arbeiten mit dem Beobachtungskonzept nach „GaBi“, die Ganzheitliche Bildungsdokumentation. Dieses Konzept wird allen Kindern in seiner Individualität gerecht und liefert empirisch abgesicherte Daten zur Einschätzung des kindlichen Entwicklungsstandes, die für die pädagogische Praxis relevant, nachvollziehbar und damit hilfreich sind.
Am Ende der KiTa – Zeit bekommen alle Eltern die Dokumentation ihres Kindes von uns ausgehändigt, um sie an die zukünftige Schule weitergeben zu können.
12. Qualitätssicherung
Die Qualität unserer pädagogischen Arbeit wird in wöchentlich stattfindenden Teamsitzungen reflektiert, analysiert und weiterentwickelt sowie protokolliert. Die Ergebnisse dieser Betrachtungen münden in den Zielvorgaben für die Mitarbeiter, in Veränderungen der Organisationsstrukturen, in die Fortentwicklung der Konzeption.
Wir wünschen uns eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern. Für Ideen, Meinungen und Kritik jeglicher Art (hinter jeder Kritik steckt auch ein Wunsch!) sind wir stets offen. Bei Fragen stehen wir immer als Ansprechpartner zur Verfügung.
Darüber hinaus wollen wir den Eltern auch die Gelegenheit bieten, ihre Kritik offiziell über unser Beschwerdemanagement kund zu tun. Dazu sollen die Eltern ihre Anliegen der Kita – Leitung in schriftlicher Form (so kurz und präzise wie möglich) über die auf den in der Eingangshalle ausliegenden „Feed – Back – Karten“ übergeben. Es ist mit dem Elternbeirat vereinbart, dass sich die Leitung der KiTa zeitnah, jedoch mindestens alle 2 Monate, mit dem Sprecher des Elternbeirates zum Austausch trifft und anstehende Wünsche und Kritik gemeinsam diskutiert und Lösungen herausarbeitet. Ein Ergebnisprotokoll mit den gefassten Beschlüssen und Verfahrensweisen wird zeitnah in der Eingangshalle auf der Elternbeiratspinnwand veröffentlicht.
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Ein gesondertes Beschwerdemanagement für die Anliegen der Kinder findet in Kind gerechter Form im Rahmen der gelebten Partizipation statt.
Die Ausführungen zur Qualitätssicherung in dieser Konzeption der KiTa – JANOSCH beziehen sich auf § 45 Abs. 1 SGB VIII sowie § 11 Abs. 2 Satz 4 Nr. 1 und 2 KiBiz.
13. Kindeswohl
Jede KiTa hat nach dem Sozialgesetzbuch VIII auch eine Verantwortung für das Wohl der Kinder. Unser Ziel ist es, den Kontakt mit den Eltern auch in Krisensituationen so zu gestalten, dass das Wohl des Kindes im gemeinsamen Mittelpunkt steht. Unser Handeln besteht darin, Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung aufmerksam wahrzunehmen, mit einer erfahrenen Fachkraft das Gefährdungsrisiko einzuschätzen (auch eine Beratung nach §8b SGB VIII ist hier denkbar) und mit den Erziehungsberechtigten Maßnahmen zur Abwendung des Gefährdungsrisikos zu vereinbaren. Diese Maßnahmen werden in der Bildungsdokumentation protokolliert!
 Gefährdungsrisiken könnten sein:  körperliche und seelische Vernachlässigung,  körperliche und seelische Misshandlung,  sexuelle Gewalt.
 
Wenn diese Hilfen nicht in Anspruch genommen werden und / oder eine akute Gefährdung besteht, ist die KiTa – Leitung verpflichtet, das Jugendamt unmittelbar über diesen Sachstand in Kenntnis zu setzen.
Die Ausführungen hierzu beziehen sich auf § 45 Abs. 2 SGB VIII sowie § 8a Abs. 4 SGB VIII.
14. Organisatorisches - Netzwerk und Kontakt
Die KiTa JANOSCH ist eingebunden in einem regen Austausch mit unterschiedlichen Organisationen und Institutionen der Stadt Gronau. Es sind zu nennen:
 Stadt Gronau mit KiTas der Stadt Gronau, Jugendamt, allgemeiner Sozialer Dienst, Kindertagespflege, Sozialamt, Volkshochschule, Musikschule und Stadtbücherei.  Landesjugendamt mit Bereich Tageseinrichtung, Bereich Integration, Bereich Fortbildung  Schulen Grundschulen der Stadt Gronau, Fachschulen für Sozialpädagogik  Förderstellen Beratungsstellen, Frühförderstelle, Gesundheitsamt  Ärzte und Therapeuten Kinderärzte, Ergotherapie, Motopädie, Logopädie  Öffentliche Einrichtungen Turnverein Gronau e.V., Arbeitskreis Zahngesundheit, City Wohnpark Seniorenhaus, Verkehrspolizei, örtliche Presse Besonders zu nennen ist an dieser Stelle der Förderverein KiTa JANOSCH e.V., der die Einrichtung in vielfältiger Art und Weise unterstützt und bereichert.
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Diese Konzeption wurde von allen Mitarbeitern der Städtischen Kindertagesstätte
JANOSCH gemeinsam entwickelt und wurde von der Leitung der Einrichtung sowie
dem von dem Vertreter der Stadt Gronau als Träger genehmigt.
 
 
Gronau, den 01. März 2019
 
 
Für die Leitung: ............................................................................. 
 Margarete Lohaus
 
 
Für den Träger: ............................................................................. 
 Kerstin Raible
 
 
 
 


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